Abaya? Aber locker!
Ich lese gerade die Samstagsausgabe der WELT und stoße im Feuilleton-Bereich auf einen Artikel, der mich gleichermaßen freut wie irritiert:
Die Abaya, das traditionelle muslimische Verhüllungs-Kleidungsstück verändert sich radikal und wird zum Mode-Accessoire. Zitat der Designerin Badr al-Budoor: Wir wollen zeigen, dass man auch elegant und feminin wirken kann, ohne Haut zu zeigen.
Soweit so gut. Es freut mich, dass offensichtlich ein gewisses Modebewusstsein Einzug hält und die weibliche Verhüllung, gerade in Bonn oft anzutreffen, nicht mehr abschreckend/ abstoßend, sondern elegant/ natürlich wirken könnte. Das zeigt, dass die darin gekleideten Frauen durchaus auf ihr Äußeres bedacht sind und sich Konventionen nicht mehr willenlos/ bedingungslos beugen.
Es irritiert mich aber, da die Verhüllung von Haut doch die Grundlage hat, keine Begierde beim männlichen Geschlecht zu wecken. Doch geht das noch, wenn Eleganz Einzug hält, die Abaya vielleicht sogar mehr erahnen lässt, als sie verhüllt? Wenn die Frauen untereinander in (unterbewusste) Konkurrenz treten und in der Verhüllungsmode konkurrieren – mal leichter Stoff, mal schwer, mal halb durchsichtig!?
Ich begrüße diese Entwicklung sehr und hoffe, dass die Männerwelt in dieser Kultur dem keinen Riegel vorschiebt. Es könnte der erste, entscheidende Schritt sein, die Radikalverhüllung aufzugeben und eine Kleidung gemäß eigenen Wünschen tragen zu können. Vielleicht sehen wir dann die Schönheit der muslimischen Frauen auch mal unverhüllt und mit eigenen Augen. Es wäre eine Freude.
Und sind wir mal ehrlich: Begehrlichkeiten werden zwar auch durch Freizügigkeit geweckt, aber sollte in einem selbstbestimmten Zeitalter nicht jeder Mensch die Chance haben, selbst über seinen persönlichen Weg zu entscheiden?
In diesem Sinne freue ich mich, die aufgelockerte Abaya-Mode auf den Straßen zu erblicken.
Keep on rockin’ !!
Sack in Gasse … nur zurück?
Ratlos, rastlos, hilflos, kopflos. Was ist nur los? Gedankenschwer ist der Blick in die Zukunft vernebelt, zeigt sich nichts, ist es dunkel.
Was kommt, was kann kommen? Wo ist der Ausgang aus einem Traum, der zu platzen droht? Wo geht es lang, wenn etwas aus der Spur geriet? Was mag helfen?
Es ist nicht schön, wahrlich nicht. Durchhaltephrasen helfen auch nicht, da der Intelligente sie als solche entlarvt. Und es ist schon mehr als ein Drittel um. Dumm!
Wenn sich Leere Bahn bricht und Einsamkeit obsiegt, wird es gefährlich. Der Kampf dagegen scheint beschwerlich, ist ergeben doch vermeintlich leicht. Seicht.
Zurück nach vorn, zum Glück, verloren, vergangen, hilflos, weg und fort. Doch noch, vielleicht, ist Hoffnung da, nicht nah, doch irgendwo, beinahe.
In diesem Sinne, willkommen zurück.
Keep on rockin’ !!
Wenn man nicht schlafen kann…
…dann tickt die Uhr mal langsam, mal schnell, doch die Zeit verrinnt und bis zum Morgen wird es immer kürzer.
Dumm, wenn der Job wartet und derzeit nicht ganz ohne ist.
Blöd, wenn zwei Tage später ein Halbmarathon ansteht und doch eigentlich Schlaf einen maßgeblichen Teil der Vorbereitung darstellt.
Und dumm, dass ausgerechnet jetzt der Akku des MacBook den Geist aufgibt, so dass ich nicht mal surfen kann … zumindest nicht vernünftig.
…kann man nachdenken, aber das ist nicht immer ratsam. Gedanken sind frei, doch wenn der Kopf so voll wie meiner ist, überschlagen sie sich, fließen in alle Richtungen und bringen obskure Überlegungen zu Tage.
…kann man die Zeit nutzen. Das hieße aber, bewusst wach zu bleiben und Gefahr zu laufen, morgen komplett unkonzentriert zu sein. Dafür könnte man einiges erledigen. Nur was?
…Schäfchen zählen. Oder Schnaken. Was gerade so da ist. Nur nicht die Daunen im Kopfkissen, sonst wird’s unbequem. Und dann kann man doch nicht schlafen.
Keep on rockin’ !!
Trainingseifer nach Ernüchterung
Schande. Über mich natürlich. Zum einen habe ich den Lissabon-Bericht noch immer nicht beendet, zum anderen die letztwöchige, coole Berlinreise nicht mal erwähnt. Hole ich nach, versprochen. Außerdem musste ich gestern der traurigen Wahrheit ins Gesicht blicken und feststellen: Moppelchen lebt. Die verdammte (sorry Mama) Speckrolle um die Hüften weigert sich trotz beharrlichem Training, endlich das Weite zu suchen und den Muskeln Platz zu machen. Erbärmlich. Fast 85 kg!!! Ich will bei 72 landen und wähnte mich so bei 78. Offensichtlich ist Selbsttäuschung mit Hilfe von Hosenbundweite und Spiegelbild weiter verbreitet, als ich mir eingestehen wollte.
Was heißt das nun? Tja, ich werde noch härter trainieren und wohl nicht an einer Ernährungsumstellung vorbeikommen. Außerdem will ich nun regelmäßig zur Arbeit joggen oder radeln und dafür auch den Blog reaktivieren – täglich, versteht sich. So seid ihr gleichzeitig Zeugen, Ansporn und Kritiker. Was mache ich falsch, wo geht’s besser?
Gestern musste ich erstmal 30 Minuten Frust-Seilspringen, zum Abendessen gab es dann Nudeln mit Gemüse und Hähnchen, dazu leider noch etwas Eis – war aber lecker
Heute sollte es dann ordentlich starten, das neue Programm, also ab zu McFit und dort etwas aufwärmen, dann 30 Minuten Oberkörpertraining, 60 Minuten Crosstrainer, 30 Minuten Laufband (10 km/h) und Sit-Ups zum Abschluss. Danach einen halben Proteindrink, den Rest gibt’s zum Abendessen oder als Zwischenmahlzeit. Klingt doch erstmal gut, oder? Mal sehen, was die Waage nachher sagt.
Bei den Baskets war ich auch noch, man muss ja mal checken, wie sich die Profis bewegen. Heute eher wenig, doch mit ein wenig Glück hat es zum 1-Punkt-Sieg gereicht. Puh. Außerdem waren die Fanartikel reduziert, so konnte ich ein Longsleeve-Shirt und ne Sweatjacke abstauben. Danach sollte eigentlich noch ein mörderschwerer Fernseher getragen werden, der dann aber doch in Ordnung zu sein schien – daher fiel der Austausch aus. So stand nur noch ein wenig Handwerksarbeit an, denn das Silikon rund um die Badewanne hatte Schimmel angesetzt und schrie nach Erneuerung – es hieß Kräfte bündeln und das Zeug irgendwie ablösen. Danach alles reinigen und neues drauf. Wo ich doch handwerklich so unglaublich begabt bin, wäre ich ohne die Hilfe meines Kumpels echt aufgeschmissen gewesen – gut, dass es solche Freunde gibt
Wenigstens ein wenig konnte ich mich aber auch noch auf der Couch entspannen, morgen steht immerhin ein langer Arbeitstag an – zumal ich ja hinradeln will
Gewicht am Abend: 84,3 kg … naja …
Mal sehen, wie es sich so entwickelt. Keep on rockin’ !!
Sehnsucht killen, neutral leben?
Sehnsucht. Wieviel Geduld hält man aus, wenn man sich etwas sehnlichst wünscht? Wieviel Enttäuschung hält man aus, bevor sich Frustration einstellt und schlussendlich Resignation die Oberhand gewinnt? Und wieviel Einfluss hat man selbst auf sein so arg gewünschtes Glück?
Vielleicht ist es sinnvoll, von Zeit zu Zeit einzusehen, dass ein Traum längst vergangen ist und die Wirklichkeit einen völlig anderen Weg eingeschlagen hat. Dann bricht sich ein stechender Schmerz bahn und lässt rückblickend Verzweiflung in das Gedächtnis Einzug halten. Warum wurde so lange abgewartet, soviel Zeit verschwendet, soviel Schmerz ausgehalten? Und warum ist der Dank nur noch mehr Schmerz?
Wichtig ist dann, die Zukunft neu zu justieren, Rückhalt bei Freunden zu suchen und sich nicht der Depression hinzugeben. Die Gefahr ist, dass ein geplatzter Traum dem Leben den Sinn entreißt und die Seele entzwei bricht – hier ist eine schier unmenschliche Kraft nötig, um wieder aufzustehen und weiterzumachen.
Es ist egal, ob die Enttäuschung aus dem Beruf, der Partnerschaft oder dem sonstigen Privatleben resultiert, denn wenn man irgendwo mit ganzem Herzen dabei ist und mit unbändiger Kraft ungebremst gegen eine Mauer rast, explodiert der Schmerz wie eine Bombe im Gehirn. Alles blitzt, ist grell und verschleiert den Blick auf die Realität. Scheißegal, dass für alle drumherum das Leben wie gehabt seinen Gang geht, für einen selbst scheint die Zeit stillzustehen und der Himmel zur Hölle werden.
Sehnsüchte sind die wahre Geißel der Menschen, für sie werden Schlachten geschlagen, Kriege geführt und Intrigen gestrickt. Ohne diese würde das Leben sehr viel ruhiger und harmonischer verlaufen, wohl aber auch emotionsloser … denn auch die erfüllten Träume fallen weg, wenn die Sehnsucht nicht existiert. Jetzt ist es schwer, abzuwägen, ob sie die Schmerzen wert sind, die ebenfalls mit ihnen einhergehen. Nicht wenige würden sich vermutlich für ein eher neutrales Dasein entscheiden und im gleichen Atemzug auf die Glücksmomente verzichten – ich bin noch unentschlossen.
Für mich bleibt jedoch festzuhalten, dass mich schöne Momente glücklich machen, schmerzhafte aber monate-, teilweise jahrelang an mir nagen und die Lebensfreude entscheidend eindämmen – somit würde ich mich fast schon für die Neutralität entscheiden. Oder nicht? Wer weiß das schon.
Keep on rockin´ !!